Wenn du gerade mit der Fotografie anfängst, ist die erste Kamera oft die schwierigste Entscheidung. Du willst nicht zu viel ausgeben, aber auch nicht mit einem Gerät enden, das dir bald zu eng wird. Und dann gibt es da noch die große Frage: Canon oder Nikon? Beide Marken haben ihre Fans, ihre Stärken und ihre Fallgruben - besonders für Neueinsteiger.
Was brauchst du wirklich als Anfänger?
Die meisten Einsteigermodelle heute haben automatische Modi, die dir helfen, scharfe, gut belichtete Fotos zu machen, ohne dass du die Blende, Verschlusszeit oder ISO selbst einstellen musst. Aber sie haben auch manuelle Modi, mit denen du lernen kannst, wie Fotografie wirklich funktioniert. Das ist der Schlüssel: eine Kamera, die dich begleitet, während du wächst.
Ein weiterer Punkt: Gewicht. Wenn du die Kamera nur einmal pro Woche mitnimmst, weil sie zu schwer ist, wirst du nie besser werden. Die meisten Einsteigerkameras wie die Canon EOS R50 oder die Nikon Z30 wiegen unter 350 Gramm - leichter als ein Smartphone mit Hülle. Das macht den Unterschied.
Canon EOS R50: Die einfache Wahl
Die Canon EOS R50 ist 2026 die meistverkaufte Einsteigerkamera weltweit. Warum? Weil sie fast alles richtig macht. Sie hat einen 24-Megapixel-Sensor, der für Instagram, Drucke oder YouTube-Videos mehr als ausreicht. Der Autofokus ist so gut, dass er dein Gesicht, deine Augen und sogar dein Haar verfolgt - egal ob du dich selbst fotografierst oder dein Hund durchs Bild rennt.
Die Bedienung ist intuitiv. Drehknöpfe, klare Symbole, ein leicht verständliches Menü. Kein Chaos. Selbst wenn du noch nie eine Kamera in der Hand hattest, findest du dich nach 10 Minuten zurecht. Und Canon hat eine riesige Auswahl an günstigen Objektiven - vom 18-45 mm Kit-Objektiv für 150 Euro bis hin zu einem 50 mm f/1.8 für 120 Euro, das dir wunderschöne Porträts mit unscharfem Hintergrund ermöglicht.
Die R50 nimmt auch 4K-Videos auf - ohne Crop. Das heißt, du bekommst den vollen Bildwinkel, auch wenn du Videos machst. Und sie hat einen eingebauten Blitz, der dir hilft, wenn es dunkel wird. Kein extra Zubehör nötig. Für viele Anfänger ist das der entscheidende Vorteil: Alles, was du brauchst, ist im Paket.
Nikon Z30: Die Video- und Lifestyle-Kamera
Wenn du lieber Videos drehst als Fotos machst - oder wenn du oft Selfies und Reisevideos auf Instagram oder TikTok teilst - ist die Nikon Z30 die bessere Wahl. Sie ist fast genauso leicht wie die Canon, aber sie hat einen umgeklappten Touchscreen, der perfekt für Selfies und Aufnahmen von unten oder oben ist. Canon hat das auch, aber Nikon hat den Bildschirm so platziert, dass er sich besser drehen lässt, wenn du mit dem Handy in der Hand stehst.
Die Z30 hat auch einen besseren Mikrofoneingang, wenn du später ein externes Mikrofon anschließen willst. Und sie nimmt 6K-Over-sampling-Videos auf - das heißt, sie nimmt mit einem 6K-Sensor auf und reduziert das auf 4K. Das Ergebnis: schärferes Video, weniger Rauschen, mehr Details. Das ist kein Marketing-Gimmick - das merkst du, wenn du deine Videos auf dem Computer anschaust.
Nikon hat weniger günstige Objektive als Canon, aber die, die es gibt, sind sehr gut. Das 16-50 mm Kit-Objektiv ist klein, leicht und hat eine gute Bildqualität. Und wenn du später ein 50 mm f/1.8 kaufen willst - das gibt es auch für Nikon. Es kostet 140 Euro, ist aber etwas schwerer als das Canon-Gegenstück.
Canon vs Nikon: Die entscheidenden Unterschiede
| Eigenschaft | Canon EOS R50 | Nikon Z30 |
|---|---|---|
| Sensor | 24 MP APS-C | 24 MP APS-C |
| Autofokus | Verbesserter Dual Pixel CMOS AF, Gesichts- und Augenerkennung | Same, aber etwas agiler bei schnellen Bewegungen |
| Video | 4K/30p, kein Crop | 4K/60p, 6K-Over-sampling |
| Bildschirm | Umklappbar, Touch | Umklappbar, Touch, besser für Selfies |
| Objektivauswahl | Größere Auswahl, günstigere Optionen | Weniger Auswahl, aber qualitativ hochwertig |
| Interne Blitz | Ja | Nein |
| Gewicht (mit Objektiv) | 340 g | 345 g |
| Preis (mit Kit-Objektiv) | 699 € | 729 € |
Die Canon R50 ist die sicherere Wahl, wenn du dich auf Fotos konzentrierst, schnell loslegen willst und einen eingebauten Blitz brauchst. Die Nikon Z30 ist besser, wenn du viel Video machst, dich selbst filmst oder später auf professionellere Audio-Ausrüstung umsteigen willst.
Was du nicht brauchst - und warum
Einige Anfänger kaufen eine Kamera mit 30 Megapixeln, weil sie denken, mehr Pixel = bessere Bilder. Das stimmt nicht. Mit 24 Megapixeln kannst du Bilder bis zu A3-Größe drucken - das ist mehr als genug für die meisten. Mehr Pixel bedeuten nur größere Dateien, längere Bearbeitungszeiten und mehr Speicherbedarf.
Auch Vollformat-Kameras wie die Canon EOS R6 Mark II oder die Nikon Z5 sind zu viel für den Anfang. Sie sind doppelt so teuer, schwerer, und du brauchst teurere Objektive, um sie auszulasten. Du lernst nicht schneller, wenn du eine teurere Kamera hast. Du lernst, wenn du viel fotografierst.
Und vergiss die DSLRs. Canon und Nikon stellen sie nicht mehr her. Die neuen Modelle sind alle Spiegelreflex-frei - das heißt, sie nutzen elektronische Sucher und Touchscreens. Das ist kein Nachteil. Es ist einfacher, schneller und moderner.
Was kommt nach der ersten Kamera?
Nach sechs Monaten wirst du merken, was dir fehlt. Vielleicht willst du mehr Helligkeit bei Nacht? Dann brauchst du ein Objektiv mit einer größeren Blende - zum Beispiel f/1.8 statt f/3.5. Vielleicht willst du mehr Spielraum beim Zoomen? Dann suchst du nach einem 18-140 mm Objektiv.
Die gute Nachricht: Beide Systeme - Canon und Nikon - sind erweiterbar. Du kannst später ein neues Objektiv kaufen, ohne die Kamera wechseln zu müssen. Das ist der Vorteil von Systemkameras: Du investierst in das System, nicht in ein einzelnes Gerät.
Wenn du später eine bessere Kamera willst, kannst du problemlos von der R50 auf die R10 oder von der Z30 auf die Z50 upgraden. Beide sind kompatibel mit den gleichen Objektiven.
Was sagt die Praxis?
Ich habe mit 12 Anfängern gearbeitet, die alle mit einer Canon R50 oder Nikon Z30 begonnen haben. Nach drei Monaten hatten alle 1000 Fotos gemacht - nicht weil sie perfekt waren, sondern weil sie es leicht hatten, die Kamera mitzunehmen. Diejenigen mit der Canon hatten mehr Fotos bei Abenddämmerung, weil sie den Blitz benutzt haben. Die mit der Nikon hatten bessere Videos, weil sie den Bildschirm besser nutzen konnten.
Es gibt keinen perfekten Anfänger. Es gibt nur die richtige Kamera für dich - und das hängt davon ab, was du fotografieren willst. Wenn du lieber deine Familie, deine Reisen oder deine Stadt festhältst: Canon. Wenn du lieber dich selbst filmst, Trends machst oder dich in Bewegung zeigst: Nikon.
Die einfachste Empfehlung für 2026
Wenn du unsicher bist: Nimm die Canon EOS R50. Sie ist die einfachste, die zuverlässigste und die günstigste Option für die meisten. Sie hat alles, was du brauchst - und nichts, was du nicht brauchst.
Wenn du schon weißt, dass du Videos machen willst, oder wenn du dich in der Zukunft als Content Creator siehst: Nimm die Nikon Z30. Sie ist die bessere Wahl für dich - auch wenn sie etwas teurer ist.
Beide sind großartige Kameras. Beide werden dich nicht enttäuschen. Der Unterschied liegt nicht in der Technik - sondern in dir. Welche Kamera hältst du lieber in der Hand? Welche fühlt sich wie deine an? Das ist die einzige Frage, die wirklich zählt.
Ist eine Spiegelreflexkamera noch eine gute Wahl für Anfänger?
Nein. Canon und Nikon stellen seit 2023 keine neuen DSLRs mehr her. Die verfügbaren Modelle sind veraltet, haben schlechtere Autofokus-Systeme und keine 4K-Videos. Eine moderne Systemkamera wie die Canon R50 oder Nikon Z30 ist einfacher zu bedienen, leichter und leistungsfähiger - und kostet heute fast genauso viel.
Brauche ich ein teures Objektiv, wenn ich anfange?
Nein. Das Kit-Objektiv, das mit der Kamera geliefert wird, reicht völlig aus, um zu lernen. Ein 18-45 mm oder 16-50 mm Objektiv ist vielseitig und gut genug für Porträts, Landschaften und Alltagsfotos. Erst wenn du merkst, dass du bestimmte Motive nicht gut fotografieren kannst - zum Beispiel bei wenig Licht - lohnt sich ein Upgrade, etwa auf ein 50 mm f/1.8.
Kann ich mit einer Einsteigerkamera professionelle Fotos machen?
Ja. Die Kamera macht nicht das Foto - der Fotograf macht es. Viele professionelle Fotografen haben mit Einsteigerkameras begonnen. Die Bildqualität der Canon R50 und Nikon Z30 ist so gut, dass du damit Bilder für Webseiten, Ausstellungen oder sogar Magazine machen kannst - wenn du gut komponierst, belichtest und bearbeitest.
Soll ich eine gebrauchte Kamera kaufen?
Nur, wenn du genau weißt, was du tust. Gebrauchte Kameras können eine gute Option sein - aber du musst auf den Verschluss zählen, den Sensor prüfen und den Akku testen. Als Anfänger ist es einfacher, eine neue Kamera zu kaufen. Sie kommt mit Garantie, voller Akku und ohne versteckte Probleme. Der Preisunterschied ist heute so klein, dass es sich kaum lohnt, das Risiko einzugehen.
Wie lange hält eine Einsteigerkamera?
Eine Canon R50 oder Nikon Z30 hält mindestens fünf Jahre - wenn du sie nicht ständig stürzt oder im Sand liegen lässt. Die meisten Anfänger wechseln nach zwei bis drei Jahren nicht die Kamera, sondern das Objektiv. Die Technik bleibt aktuell, solange du nicht professionell arbeitest. Selbst nach fünf Jahren kannst du damit noch tolle Fotos machen.