Wenn du gerade erst mit der Fotografie anfängst, musst du nicht tausende Euro ausgeben, um tolle Bilder zu machen. Viele denken, eine teure Kamera ist der Schlüssel zu guten Fotos - aber das stimmt nicht. Der beste Fotograf mit einer billigen Kamera schlägt den schlechten Fotografen mit der teuersten Ausrüstung. Es geht nicht um die Kamera, sondern um dich, deine Sichtweise und wie du mit dem Licht arbeitest.
Was macht eine gute Einstiegskamera aus?
Eine gute erschwingliche Kamera für Anfänger sollte drei Dinge können: einfach zu bedienen sein, scharfe Bilder machen und dir erlauben, dich zu verbessern. Das bedeutet: sie braucht manuelle Einstellungen, einen guten Sensor und eine stabile Bildqualität auch bei wenig Licht. Ein großes Display und ein auswechselbarer Blitz helfen auch - aber sind nicht zwingend nötig.
Die meisten Einsteigermodelle heute haben einen APS-C-Sensor. Das ist größer als der Sensor in deinem Handy und sorgt für bessere Farben, mehr Details und weniger Rauschen bei Dunkelheit. Ein voller Vollformat-Sensor ist übertrieben für Anfänger - und kostet mindestens doppelt so viel. Du brauchst ihn nicht, solange du nicht professionell arbeitest oder bei extrem wenig Licht fotografierst.
Ein weiterer wichtiger Punkt: der Wechselobjektivanschluss. Wenn du später mehr lernen willst, kannst du neue Objektive hinzufügen - ein Weitwinkel für Landschaften, ein Teleobjektiv für Porträts oder ein Makro für Blumen und Insekten. Eine Kamera mit festem Objektiv (wie viele Kompaktkameras) ist am Anfang einfacher, aber sie begrenzt dich später.
Die besten Modelle unter 500 Euro im Jahr 2026
Im Jahr 2026 gibt es mehrere Kameras, die perfekt für Anfänger sind - und alle liegen unter 500 Euro, oft sogar unter 400 Euro, wenn du sie mit einem Basisobjektiv kaufst.
- Sony Alpha 6000 - Diese Kamera ist seit Jahren ein Klassiker. Sie hat einen APS-C-Sensor, 24 Megapixel, einen schnellen Autofokus und einen elektronischen Sucher. Der Akku hält länger als bei vielen neuen Modellen. Du findest sie gebraucht für etwa 350 Euro, oft mit 16-50mm-Objektiv. Sie ist leicht, robust und macht hervorragende Bilder, auch bei schlechtem Licht.
- Canon EOS M50 Mark II - Eine spiegellose Kamera mit einem umklappbaren Touchscreen, perfekt für Selfies und Videos. Sie hat einen APS-C-Sensor, 24 Megapixel und einen guten Dual Pixel Autofokus. Der Nachteil: kein elektronischer Sucher (nur Display). Aber für Social Media und Alltag ist sie ideal. Neu kostet sie etwa 480 Euro, gebraucht für 300-350 Euro.
- Nikon Z30 - Ein neueres Modell, das 2023 erschien und 2026 noch sehr gut verfügbar ist. Es hat einen APS-C-Sensor, 20,9 Megapixel, 4K-Videos und einen klaren elektronischen Sucher. Die Bedienung ist intuitiv, und Nikon hat eine sehr gute Farbwiedergabe. Mit dem 16-50mm-Kitobjektiv kostet sie neu etwa 499 Euro. Sie ist die beste Wahl, wenn du auch Videos machen willst.
- Fujifilm X-T200 - Diese Kamera ist besonders für Menschen, die Farben lieben. Fujifilm hat berühmte Film-Simulationen wie Classic Chrome oder Velvia - das heißt, du bekommst schon im Bild gute Farben, ohne viel Nachbearbeitung. Der Sensor ist APS-C, 24 Megapixel, und der Touchscreen ist sehr benutzerfreundlich. Sie kostet neu etwa 470 Euro.
Alle diese Kameras sind für Anfänger geeignet. Die Sony Alpha 6000 ist die beste Wahl, wenn du auf Qualität und lange Haltbarkeit setzt. Die Nikon Z30 ist die modernste und beste für Videos. Die Canon M50 Mark II ist die einfachste für Selfies und Instagram. Die Fujifilm X-T200 ist die schönste, wenn du Farben liebst und nicht viel bearbeiten willst.
Was du nicht brauchst - und warum
Es gibt viele Kameras, die teuer sind, aber nicht besser für dich sind. Vermeide:
- Kompaktkameras mit festem Objektiv - wie die Canon PowerShot oder Sony RX100. Sie sind klein, aber du kannst später nicht neue Objektive hinzufügen. Du wirst dich bald eingeschränkt fühlen.
- Spiegelreflexkameras mit großen Objektiven - wie die Canon EOS 1500D oder Nikon D3500. Sie sind günstig, aber alt. Sie sind schwer, langsam beim Autofokus und haben schlechte Videos. Sie sind nur noch sinnvoll, wenn du sie gebraucht für unter 200 Euro findest - und nur, wenn du dich auf Fotos konzentrierst, nicht auf Videos.
- Smartphones mit „Pro-Modus“ - ja, moderne Handys machen gute Bilder. Aber sie haben einen winzigen Sensor. Du kannst nicht mit Licht spielen, nicht bokeh erzeugen, nicht in RAW speichern. Sie sind praktisch für Schnappschüsse - aber nicht für Lernen.
Wenn du wirklich lernen willst, brauchst du eine Kamera, die dir Kontrolle gibt. Nicht eine, die alles für dich macht.
Was du zusätzlich brauchst - und wie viel es kostet
Die Kamera ist nur der Anfang. Du brauchst auch:
- Einen zusätzlichen Akku - kostet 25-40 Euro. Du wirst ihn brauchen, wenn du länger fotografierst.
- Eine 32 GB SD-Karte - mindestens UHS-I, Klasse 10. Kosten: 15-25 Euro. Speichere in RAW + JPEG, nicht nur JPEG.
- Eine einfache Kameratasche - nicht die teuren Marken, sondern eine stabile, gepolsterte Tasche. Kosten: 20-35 Euro.
- Einen Stativ - ein kleiner, leichter Tischstativ für 30-50 Euro reicht für Anfänger. Du brauchst ihn für Langzeitbelichtungen, Selfies oder Videos.
Das sind insgesamt etwa 100-150 Euro zusätzlich. Das ist immer noch weniger als die Hälfte der Kosten einer teuren Kamera - und viel wichtiger für deinen Fortschritt.
Wie du deine Kamera richtig nutzt - drei einfache Regeln
Die beste Kamera der Welt nützt nichts, wenn du nicht weißt, wie du sie bedienst. Hier sind drei Regeln, die jeder Anfänger befolgen sollte:
- Stelle die Kamera auf „M“ (Manuell) - und bleib dabei. Nutze nicht den Automatik-Modus. Stelle die Blende, die Verschlusszeit und die ISO manuell ein. Du wirst viele schlechte Fotos machen - aber du wirst lernen, wie Licht funktioniert.
- Fotografiere täglich, auch wenn es nur 10 Minuten sind. Es geht nicht darum, perfekte Bilder zu machen. Es geht darum, deine Augen zu trainieren. Gehe jeden Tag raus, suche nach Licht, Schatten, Linien, Kontrasten.
- Bearbeite deine Fotos nicht mit Filtern - bearbeite sie mit Grundlagen. Nutze kostenlose Programme wie Darktable oder RawTherapee. Lerne, die Belichtung, den Kontrast und die Farbtemperatur zu korrigieren. Keine „Vignettierung“ oder „Vintage“-Filter. Nur echte Verbesserungen.
Diese drei Dinge - manuelle Einstellung, regelmäßiges Üben, echte Bearbeitung - machen dich in sechs Monaten zu einem besseren Fotografen als jemand, der eine 2000-Euro-Kamera hat, aber nie den Modus wechselt.
Was kommt danach?
Wenn du nach einem Jahr merkst, dass du mehr willst - dann investiere in ein Objektiv. Ein 50mm f/1.8 ist der billigste und beste nächste Schritt. Er kostet etwa 100 Euro, macht Bilder mit weichem Hintergrund (Bokeh) und ist perfekt für Porträts. Danach kannst du über ein weiteres Objektiv oder ein besseres Stativ nachdenken.
Die meisten Profis haben nie eine teure Kamera. Sie haben eine gute, verlässliche Kamera - und sie wissen, wie man mit Licht arbeitet.
Deine Kamera ist nicht das, was dich zum Fotografen macht. Du bist es. Und du kannst anfangen - heute. Mit einer Kamera, die du dir leisten kannst.
Ist eine gebrauchte Kamera eine gute Wahl für Anfänger?
Ja, eine gebrauchte Kamera ist oft die beste Wahl. Kameras halten sich sehr lange - selbst Modelle von 2014 funktionieren noch perfekt. Achte nur darauf, dass der Auslöser weniger als 50.000 Mal gedrückt wurde (das steht oft in der Beschreibung), dass der Sensor sauber ist (keine Flecken bei hellen Hintergründen) und dass das Objektiv keine Kratzer oder Schimmel hat. Kaufe von vertrauenswürdigen Händlern oder privaten Verkäufern mit Rückgaberecht.
Sollte ich eine Kamera mit 4K-Video kaufen, obwohl ich nur Fotos mache?
Ja, wenn du sie dir leisten kannst. Kameras mit 4K haben meistens bessere Sensoren und schnellere Prozessoren - das verbessert auch die Fotoqualität. Außerdem kannst du aus 4K-Videos einzelne Bilder herausschneiden - das ist nützlich, wenn du mal etwas nicht im richtigen Moment erwischt hast. Aber 4K ist kein Muss, wenn du nur Fotos machst.
Welche Kamera ist am einfachsten für Kinder oder ältere Menschen?
Die Canon EOS M50 Mark II ist die einfachste, weil sie einen umklappbaren Touchscreen hat, die Menüs klar sind und die Bedienung intuitiv. Sie zeigt dir direkt an, was du einstellen musst - und die Farben sind lebendig, ohne dass man viel bearbeiten muss. Für Kinder ist sie auch ideal, weil man sie von oben oder unten halten kann, ohne den Kopf zu verdrehen.
Warum sind Kameras mit einem elektronischen Sucher besser als nur ein Display?
Ein elektronischer Sucher zeigt dir genau, was die Kamera sieht - auch bei hellem Sonnenlicht, wo das Display blendet. Außerdem hilft er dir, die Kamera stabiler zu halten, weil du sie an deinem Gesicht anlegst. Das ist besonders wichtig bei längeren Belichtungszeiten oder wenn du in Bewegung bist. Aber wenn du nur zu Hause oder bei gutem Licht fotografierst, reicht auch das Display.
Kann ich mit einer günstigen Kamera professionelle Fotos machen?
Ja - aber nicht nur mit der Kamera. Professionell ist nicht, was du hast, sondern wie du es nutzt. Viele Fotografen haben mit günstigen Kameras Bilder gemacht, die in Magazinen erschienen. Es geht um Komposition, Licht, Timing und Geduld. Wenn du diese Dinge beherrschst, macht eine 300-Euro-Kamera genauso gute Fotos wie eine 3000-Euro-Kamera. Die Kamera ist nur ein Werkzeug - du bist der Künstler.