Wenn du eine neue Kamera suchst, aber nicht tausend Euro ausgeben willst, bist du nicht allein. Tausende Anfänger, Hobbyfotografen und sogar einige Profis fragen sich jedes Jahr: Was ist eine wirklich gute und erschwingliche Kamera? Die Antwort hängt nicht nur vom Preis ab, sondern davon, was du damit machen willst. Und ja - Canon und Nikon sind immer noch die beiden größten Namen, aber sie haben sich in den letzten Jahren so verändert, dass der Unterschied nicht mehr so klar ist wie früher.
Was macht eine Kamera wirklich gut - und erschwinglich?
Erschwinglich bedeutet nicht billig. Eine gute, erschwingliche Kamera ist eine, die dir hilft, bessere Fotos zu machen - ohne dass du dich für den Rest deines Lebens verschulden musst. Sie hat eine ausreichend große Sensorgröße, eine brauchbare Autofokus-Technologie, einen guten Bildsensor für schlechtes Licht und eine einfache Bedienung. Und sie sollte noch in fünf Jahren funktionieren.
Die meisten Einsteigermodelle heute kommen mit einem APS-C-Sensor. Das ist kleiner als ein Vollformat-Sensor, aber viel größer als der Sensor in deinem Handy. Ein APS-C-Sensor sorgt dafür, dass du bei Dämmerung, in Innenräumen oder bei Bewegung noch scharfe, rauscharme Bilder bekommst. Das ist der erste wichtige Punkt: Keine Kamera mit kleinerem Sensor als APS-C kaufen, wenn du ernsthaft fotografieren willst.
Canon EOS R50 - die klare Wahl für Anfänger
Canon hat 2024 die EOS R50 vorgestellt - eine kleine, leichte Kamera mit einem 24-Megapixel-APS-C-Sensor, einem neuen DIGIC X-Bildprozessor und einem Autofokus, der fast so gut ist wie bei teuren Modellen. Sie erkennt Menschen, Tiere, Fahrzeuge - und hält sie selbst dann scharf, wenn sie sich schnell bewegen. Das ist besonders nützlich, wenn du Kinder, Haustiere oder Straßenfotografie machst.
Die R50 hat einen umklappbaren Touchscreen, eine gute Videoqualität bis 4K/30p und einen integrierten Blitz. Sie wiegt nur 328 Gramm mit Objektiv - ideal für Spaziergänge, Reisen oder den Alltag. Das Kit-Objektiv (RF-S 18-45mm) ist nicht glamourös, aber völlig ausreichend, um loszulegen. Der Preis liegt bei etwa 599 Euro mit Objektiv. Für diese Leistung ist das ein Schnäppchen.
Nikon Z30 - die Alternative mit mehr Power
Nikon hat mit der Z30 eine Kamera auf den Markt gebracht, die fast genau wie die R50 funktioniert - aber mit einigen Unterschieden. Auch sie hat einen 20,9-Megapixel-APS-C-Sensor, einen ausgezeichneten Autofokus und 4K-Videofunktionen. Der große Vorteil: Der Bildsensor ist etwas empfindlicher für Licht, und der Akku hält länger. Wenn du oft Videos drehst, ist die Z30 besser geeignet. Sie hat einen besseren Mikrofoneingang, eine höhere Bitrate und eine stabilere Video-Autofokus-Steuerung.
Die Z30 wiegt 375 Gramm mit Objektiv - etwas schwerer als die Canon, aber immer noch leicht. Das Kit-Objektiv (Nikkor Z DX 16-50mm) ist ebenfalls gut, hat aber einen etwas größeren Zoombereich. Der Preis liegt bei etwa 649 Euro mit Objektiv. Wenn du Wert auf Video legst, ist das die bessere Wahl.
Warum du keine älteren Modelle kaufen solltest
Einige Leute raten dir, eine gebrauchte Canon EOS M50 oder eine Nikon Z50 zu kaufen. Das klingt vernünftig - bis du die Realität siehst. Die M50 hat einen veralteten Autofokus, der bei Bewegung oft verliert. Die Z50 hat zwar einen besseren Sensor, aber keinen umklappbaren Bildschirm und keinen integrierten Blitz. Beide Modelle haben auch weniger Firmware-Updates bekommen. Und du zahlst fast genauso viel wie für eine neue Z30 oder R50 - nur ohne Garantie, ohne neue Batterie, ohne Support.
Ein neues Modell aus 2025 oder 2026 hat nicht nur bessere Technik - es hat auch eine bessere Software. Canon und Nikon haben ihre Kameras mit KI-gestütztem Autofokus ausgestattet, der in der Lage ist, Augen zu erkennen, selbst wenn sie hinter einer Brille oder Haaren versteckt sind. Das ist kein Feature für Profis - das ist ein Feature für alle, die nicht jedes Mal manuell nachfokussieren wollen.
Was du mit einer dieser Kameras wirklich machen kannst
Wenn du mit der Canon R50 oder Nikon Z30 fotografierst, kannst du:
- Porträts mit unscharfem Hintergrund machen - ohne teure Objektive
- Essensfotos für Instagram mit natürlichem Licht aufnehmen
- Reisen dokumentieren, ohne einen Rucksack voller Ausrüstung zu tragen
- Deine Katze oder dein Kind mit scharfen Bildern festhalten - auch wenn sie sich nicht stillhalten
- Video-Tutorials für YouTube drehen, mit gutem Ton und stabilem Bild
Ich kenne jemanden in Hamburg, der mit einer Z30 seine Bäckerei fotografiert hat. Er hat keine Studiolichter, kein Stativ, keine Drohne - nur die Kamera, einen kleinen Reflektor und Tageslicht. In sechs Monaten hat er 12.000 Instagram-Follower gewonnen. Nicht weil er ein Profi ist - sondern weil die Kamera ihm half, gute Bilder zu machen.
Was du nicht brauchst - und was du trotzdem kaufst
Die meisten Einsteiger kaufen zuerst ein teures Objektiv. Das ist ein Fehler. Ein gutes Kit-Objektiv reicht völlig aus, um zu lernen. Du brauchst nicht einen 50-mm-F1.8-Prime, wenn du noch nicht weißt, wie du den Belichtungszeitwert einstellst. Lerne erst, mit dem zu arbeiten, was du hast. Danach kannst du immer noch ein besseres Objektiv kaufen.
Und nein - du brauchst keinen Filter, kein Stativ, keine externe Festplatte, wenn du gerade anfängst. Ein Ersatzakku ist sinnvoll, wenn du an einem Tag mehr als 200 Fotos machst. Alles andere ist später.
Canon oder Nikon - welches ist besser für dich?
Beide Kameras sind exzellent. Die Entscheidung hängt von drei Dingen ab:
- Video oder Foto? Wenn du mehr Videos machst: Nikon Z30. Wenn du mehr Fotos machst: Canon R50.
- Was ist dir wichtig? Leichtgewicht? Canon. Besseres Video? Nikon. Touchscreen? Beide haben ihn. Akkulaufzeit? Nikon hält länger.
- Welches System möchtest du aufbauen? Canon hat mehr günstige Objektive im RF-S-System. Nikon hat mehr Linsen mit größerem Zoom. Beide Systeme wachsen - aber du musst dich für eine Marke entscheiden. Du kannst nicht einfach von Canon zu Nikon wechseln, ohne alles neu zu kaufen.
Wenn du unsicher bist: Geh in einen Laden, halte beide Kameras in der Hand. Die R50 fühlt sich an wie ein Smartphone - klein, flach, leicht. Die Z30 fühlt sich an wie eine echte Kamera - etwas größer, mit besserem Griff. Was fühlt sich für dich richtig an? Das ist oft der entscheidende Faktor.
Was kommt als Nächstes?
Im Jahr 2026 werden beide Marken neue Modelle herausbringen - aber nicht grundlegend andere. Die Technik wird sich nur weiter verbessern: bessere KI, längere Akkulaufzeit, kleinere Kameras. Die R50 und Z30 werden noch lange relevant bleiben. Sie sind nicht die teuersten Kameras - aber sie sind die besten, die du für unter 700 Euro bekommen kannst.
Wenn du heute eine Kamera kaufst, willst du nicht die neueste Technik. Du willst eine Kamera, die dich nicht behindert. Die dich nicht frustriert. Die dir hilft, deine Welt besser zu sehen. Und das ist genau das, was diese beiden Kameras tun.
Ist eine gebrauchte Canon EOS M50 noch eine gute Wahl?
Nein, nicht wirklich. Die M50 hat einen veralteten Autofokus, der bei schnellen Bewegungen oft versagt. Sie hat keinen umklappbaren Bildschirm für Videos, keinen integrierten Blitz und weniger Firmware-Updates. Du zahlst fast genauso viel wie für eine neue R50 oder Z30 - aber ohne die modernen Funktionen. Es lohnt sich nicht.
Kann ich mit einer erschwinglichen Kamera professionelle Fotos machen?
Ja, absolut. Viele professionelle Fotografen starten mit Einsteigerkameras. Der Unterschied zwischen einem guten Foto und einem schlechten liegt nicht in der Kamera, sondern in der Lichtnutzung, der Komposition und der Geduld. Mit einer Canon R50 oder Nikon Z30 kannst du Bilder machen, die in Galerien, auf Websites oder in Magazinen erscheinen - wenn du lernst, wie du sie machst.
Brauche ich ein Vollformat-System, wenn ich später professionell werden will?
Nicht unbedingt. Viele Fotografen arbeiten jahrelang mit APS-C-Kameras - sogar im kommerziellen Bereich. Vollformat ist nützlich für extrem schlechtes Licht oder sehr große Abzüge, aber nicht notwendig. Wenn du gut fotografierst, wird dir niemand die Sensorgröße abfragen. Konzentriere dich auf deine Technik, nicht auf die Spezifikationen.
Welche Objektive sind für Anfänger sinnvoll?
Beginne mit dem Kit-Objektiv. Danach ist ein 30-mm-Prime-Objektiv (z. B. Canon RF 30mm f/2.8 oder Nikon Z DX 30mm f/3.5) eine gute Ergänzung. Es ist klein, günstig und macht hervorragende Porträts und Details. Ein Zoom-Objektiv wie 18-140 mm ist nützlich für Reisen, aber erst, wenn du weißt, was du fotografieren willst.
Soll ich eine Kamera mit Bildstabilisator kaufen?
Beide Modelle - R50 und Z30 - haben keinen Bildstabilisator im Körper. Aber viele Objektive haben ihn. Wenn du oft bei wenig Licht oder ohne Stativ fotografierst, kauf ein Objektiv mit IS (Image Stabilization) oder VR (Vibration Reduction). Das ist wichtiger als ein Körper mit Stabilisator. Die meisten Einsteigerobjektive haben ihn heute schon integriert.